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Was ist eigentlich Liebe?

Liebe, ein Begriff, ein Zustand, der am häufigsten  fehlinterpretiert und benutzt wird! Liebe, ein Begriff, der tiefe Sehnsüchte in uns erweckt.

Liebe berührt uns immer! Der Liebe können wir uns nicht entziehen!

Unsere tiefste Sehnsucht ist Liebe!

In unserer tiefsten Verzweiflung fehlt uns die Liebe!

Fragen wir uns erst einmal, was Liebe nicht ist!

Die Medaille der Dualität

Wir leben in einem Zustand der Gegensätze, der Dualität. Das Eine existiert nicht ohne das Andere! Wir können zu nichts und niemanden „Ja“ sagen, um nicht gleichzeitig zu etwas anderem oder zu jemandem „Nein“ sagen zu müssen. Wir sind in einer ständigen Entscheidungspflicht! Und diese Entscheidung fällt uns manchmal unglaublich schwer. Und damit liegen wir gar nicht so falsch! Intuitiv erkennen wir, dass in beiden Seiten etwas Gutes zu finden ist oder uns irgendetwas anspricht, das mit uns konform ist. Was wir nicht sofort erkennen, ist, welche Seite uns denn nun in die Liebe führt, unsere Sehnsucht stillt.

Wir entscheiden uns, gehen einen Weg, stellen aber immer bald fest, dass der Weg Steine in Form von schmerzlichen Erfahrungen enthält. Wir verurteilen uns für die vermeintlich falsch getroffene Entscheidung! Wir quälen uns, wir bereuen, wir versuchen, die Entscheidung rückgängig zu machen. Doch das ist nicht möglich! Diese eine Entscheidung ist getroffen und schon bald stehen wir vor einer neuen Entscheidung. Diese neue Entscheidung fällt uns noch schwerer, denn wir haben bereits die Erfahrung gemacht der vermeintlichen falschen Entscheidung!

Vielleicht hassen wir nun einen Zustand, einen Menschen! Vielleicht machen wir auch diesen Zustand, diesen Menschen für die Nichterfüllung unserer tiefen Sehnsucht verantwortlich. Doch in Wahrheit sind wir nur auf einer Seite der Medaille gelandet.

Die Medaille der Dualität hat zwei Seiten!

Wir spüren selber, dass wir auf dieser Hass-Angst-Seite der Medaille nicht weiterkommen und versuchen uns wieder auf die andere Seite der Medaille, die vermutlich Liebe heißt, zu korrigieren.

Ein schwieriges Unterfangen!

Denn, während wir versuchen, alles mit Liebe zu betrachten und uns in Liebe zu verhalten, sehen wir auch die andere Seite der Medaille, die unsere Angst sichtbar macht und uns unseren Hass oder unsere Angst oder unsere Ohnmacht spüren lässt! Wir fühlen nicht die Kraft der Liebe auf der anderen Seite der Medaille und so kann es uns als richtig  erscheinen, dass wir die Wucht der Gefühle anders minimieren möchten und vielleicht körperliche Gewalt, verbale Gewalt, emotionale Gewalt usw. gegen andere, aber auch gegen uns selbst vorziehen oder ohnmächtig erstarren. Wir suchen im Außen Bestätigung! Wie ergeht es anderen? Sie erscheinen uns genauso gefangen im Spiel der Dualität. Mal predigen sie die eine Seite der Medaille, mal die andere! Je nach eigenem Zustand verbünden wir uns mit den Menschen der einen Seite der Medaille oder der anderen Seite. Wir wollen zumindest verstanden werden! Doch egal auf welcher Seite der Medaille wir uns befinden, unsere tiefe Sehnsucht nach Liebe wird nicht erfüllt. Auf der einen Seite finden wir böse Taten als Folge des Hasses, auf der anderen Seite gute Taten als Folge des Lieben-Wollens! Doch ist das alles Liebe?

Nein, es ist keine Liebe, obwohl so viele, schöne Attribute der Liebe wie Freundlichkeit, Sanftheit, Miteinander, Geben, Verzeihen, sich sorgen, füreinander da sein usw. auf der einen Seite der Medaille zu finden sind!

 

Die Liebe

Die Liebe befindet sich jenseits von gut und böse, jenseits vom ewigen Spiel der Dualität. Ja, sie berührt kaum die Dualität, in der wir gefangen scheinen.

Sie ist fein, feingliedrig, sanft und doch so kraftvoll, dass sie alles, was existiert, durchdringt! Sie ist allumfassend, nichts existiert ohne sie! Sie enthält alles, was ist, sie transformiert alles, was ihr nicht entspricht! Es gibt nichts, was sie zu zerstören vermag! Sie urteilt nicht, sie ist zeitlos, sie nennt keine Namen, sie kennt keine Bilder.

Sie ist das Ewige Sein, die Unendlichkeit, ohne Anfang und ohne Ende! Sie ist unsere Sehnsucht, sie ist in jedem von uns, sie ist als Kern der Erinnerung in uns angelegt und durchströmt uns stetig, selbsttätig. sie ist unser Heil-Sein!

 

Wie können wir in den Zustand der Liebe gelangen?

Wir alle kennen diese Momente, diese Momente des Glücks, in denen alle Wünsche von uns abfallen, alles richtig ist, wie es ist, keine Gedanken des Zweifels uns belasten.

Momente, die in der Regel kurze Zeit verweilen, aber nach denen wir uns immer wieder zurücksehnen. Wir suchen nach der Ursache.  Wir verknüpfen diese Momente mit Menschen, Zuständen, Gelegenheiten, Landschaften usw. Wir wollen diese Momente wiederholen. Doch in der Regel gelingt uns das nicht!

Es sind Momente der wahren Liebe! Momente, in denen wir selbst vollkommen richtig sind, uns geliebt fühlen und lieben wollen und können. Doch diese Liebe ist nicht zu greifen, sie ist nicht zu ermitteln mit dem Erlernten aus der Dualität. Sie ist nicht zu beherrschen mit unserem Wollen.

Die Liebe geht ihren eigenen Weg! Sie folgt nicht uns, wir müssen ihr folgen, um mit ihr „wieder“ verschmelzen zu können. Sie fordert uns! Sie fordert von uns! Sie kann nicht anders, denn sie IST!

Wir müssen das Spiel der Dualität verlassen, um in ihr zu existieren!

Loslassen……

Wir kommen aus der Liebe, wir sind Liebe und kehren wieder in die Liebe zurück…..

Obwohl wir alle eins sind, gehen wir diesen Weg alleine, um wieder mit allem, was ist, zu verschmelzen.

Jede Erfahrung in der Dualität dient dazu, unsere Augen, Ohren und unser Herz zu öffnen, um das Spiel der Dualität durchschauen zu lernen….wie viele Leben wir auch dafür brauchen sollten…

Und, wenn wir die Medaillen-Seite der Liebe betonen, bekommen wir eine Ahnung davon, wohin uns unser Weg führt!

Möge Sie alle die Kraft der Liebe durchströmen und Ihnen das Loslassen ermöglichen!

Herzlichst,

Brigitte Kamin

 

 

 

 




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